Pelletkessel gibt es seit mehr als 20 Jahren. In dieser Zeit hat eine Vielzahl von Innovationen den Stand der Technik und das Wissen um die qualitätsschonende und sichere Lagerung von Holzpellets vorangebracht. Das wichtigste vorweg: In aller Regel findet sich ein Platz für das Pelletlager – sei es klassisch im Keller, auf dem Dachboden, unter dem Carport oder unterirdisch im Vorgarten. Diese Seite gibt einen ersten Überblick, was bei der Planung eines Lagers beachtet werden muss.
Eins vorweg: Die Planung eines Pelletlagers ist etwas für Fachleute! Eine kompetente Beratung zu Lagern bieten die vom DEPI geschulten Heizungsbauer mit dem Siegel „Pelletfachbetrieb“. Die fachgerechte Planung und Ausführung des Pelletlagers ist entscheidend für einen störungsfreien, effizienten und emissionsarmen Betrieb der Heizung.
die richtige Größe haben
gut für Lieferanten und Installateure zugänglich sein
nach dem Prinzip der kurzen Wege (vom Tankwagen zum Lager, vom Lager zum Kessel) gestaltet sein
geeignete Befüll- und Austragungssysteme für eine möglichst schonende Förderung der Pellets haben
Anforderungen an Statik, Brandschutz und Belüftung berücksichtigen
Für kleine und mittlere Pelletheizungen (bis ca. 75 kW Kesselleistung) sollte das Pelletlager so ausgelegt werden, dass es einen kompletten Jahresbedarf an Pellets fasst. Damit wird die Anzahl der Lieferungen reduziert und der Bestellturnus kann in die üblicherweise preisgünstigeren Sommermonate gelegt werden.
Die Größe des benötigten Lagerraums hängt vom Wärmebedarf des Gebäudes ab. Wenn die Heizung von Öl auf Pellets umgerüstet wird, lässt sich der Pelletbedarf leicht aus dem bisherigen Ölverbrauch abschätzen. In der Regel reicht der Raum, in dem früher der Öltank war, für das neue Pelletlager aus.
| Wärmebedarf im Jahr | 8.000 kWh |
15.000 kWh | 30.000 kWh | 100.000 kWh |
| Heizölverbrauch im Jahr | 1.000 l | 1.875 l | 3.750 l | 12.500 l |
| Jahresbedarf Pellets | 2.000 kg | 3.750 kg | 7.500 kg | 25.000 kg |
| Benötigtes Lagervolumen | 3,6 m3 | 6,8 m3 | 13,5 m3 | 45 m3 |
| Empfohlene Raumgröße für Schrägbodenlager (2 m Raumhöhe) |
3 m2 | 5 m2 | 10 m2 | 34 m2 |
Abschätzung der Lagergröße für Pelletheizungen (Annahmen: Schüttdichte der Pellets von 650 kg/m3, Jahresnutzungsgrad der Heizung von 0,8)
Pelletlager sollten nach dem Prinzip der kurzen Wege geplant werden. Damit ist gemeint, dass sowohl die Strecke vom Lieferfahrzeug ins Lager als auch der Austragungsweg vom Lager zum Kessel so kurz (und gerade) wie möglich gehalten werden. So entsteht weniger Staub und Feinanteil.
Dabei ist zu beachten:
geeigneter Stellplatz für das Lieferfahrzeug: belastbar bis 10 t Achslast, kein oder nur geringes Gefälle, keine Blockade des fließenden Verkehrs
Zufahrtsweg muss für Lieferfahrzeuge geeigenet sein (Gewicht und Wenderadius), Straßenbreite von min. 3 m und Durchfahrtshöhe von 4 m
Lärmschutz beim Stellplatz des Lieferfahrzeugs berücksichtigen, vor allem in der Nähe von Wohnanlagen, Krankenhäusern usw. (Einblasen von 6 t Pellets dauert ca. 30 Min., Kompressor und Motor laufen in dieser Zeit)
Einblas- und Absaugstutzen führen ins Freie, Lagerraum an Außenmauer ist vorteilhaft, bei Silos können fest installierte Befüllleitungen genutzt werden
Stromanschluss für Absaugventilator (230 Volt, 16 Ampere) in der Nähe des Absaugstutzens
Befüllkupplungen auf max. 2 m Höhe, damit ein gefahrloses An- und Abkoppeln der Schläuche erfolgen kann (alternativ: sicherer Zugang durch Podeste, Rampen oder außenliegende Zuleitung)
Befüllkupplungen in Lichtschächten mit 45°-Winkel nach oben, Abstand der Kupplung zur Geländeoberkante von max. 30 cm, ausreichende Montagefreiheit
bei nicht nach außen geführten Befüllkupplungen: Arbeitsraum von min. 50 cm um die Befüllkupplung
keine Hindernisse (Zäune, Blumenbeete) im Schlauchweg vom Fahrzeugstellplatz zur Befüllkupplung
Das Befüllsystem hat die Aufgabe, einen schonenden und sicheren Transport der Pellets vom Einblasstutzen bis in das Lager zu gewährleisten. Um die Qualität der Pellets sicherzustellen, sollten die Befüllleitungen möglichst kurz sein und möglichst wenige Richtungsänderungen aufweisen. Einschließlich der notwendigen Schlauchverbindung zum Stellplatz des Lieferfahrzeugs sollte die Einblasstrecke nicht länger als 30 m betragen.
Die Anschlusskupplungen des Befüllsystems sollten möglichst mit fest installierten Befüllleitungen nach außen gelegt werden. Wenn dies nicht möglich ist, sollten die Kupplungen in der Nähe eines geeigneten Zugangs (Kellerfenster, Tür) sein. Dabei ist auf eine ausreichende Montagefreiheit zum Anschluss der Befüll- und Absaugschläuche zu achten. Für unbedingt erforderliche Richtungsänderungen sollten nur Bögen mit mindestens 30 cm (3D oder 5D) Krümmungsradius und einer nachfolgenden Beruhigungsstrecke von mindestens 50 cm Länge verwendet werden. Durch die Fliehkräfte werden die Pellets in Bögen nach außen gedrückt und können sowohl aneinander als auch an die Wand stoßen – damit entstehen Feinanteil und Staub.
In Lagerräumen sind die Stutzen in einem Abstand von ca. 15 bis 25 cm (gemessen zwischen Decke und Oberkante der Befüllleitung) unter der Lagerraumdecke anzubringen. Nach maximal 50 cm freier Rohrlänge muss eine Rohrschelle zur Befestigung der Einblasleitung folgen.
Die Lagerraumbroschüre bietet ausführlichere Informationen rund um die Lagerung von Holzpellets und die Planung eines Pelletlagers.
Der Rechner des DEPV ermöglicht es, den nächsten optimalen Liefertermin abzuschätzen. Tragen Sie Ihre Lieferhistorie in den Lieferterminrechner ein: Benötigt werden die letzten vier aufeinanderfolgenden Pelletlieferungen sowie die Postleitzahl für die Zuordnung zu einer Wetterstation. Die Angaben sind also anonym: Weder eine Straße noch der Kundenname werden benötigt!
Headerbild: A.B.S., Bild der Broschüre ist mit KI erstellt worden.
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