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Förderprogramme
Bund und Länder unterstützen den Ausbau Erneuerbarer Energien auch bei der Wärmeversorgung. Die vielfältigen Zuschussvarianten sind jedoch nicht immer einfach zu durchschauen. Erfahren Sie hier, welche Programme für Sie in Frage kommen.
Heizen mit Pellets schont nicht nur das Klima, sondern auch den Geldbeutel
BEG Einzelmaßnahmen
Am 1. Januar 2021 hat die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit dem Teil Einzelmaßnahmen den BAFA-Teil des Marktanreizprogramms (MAP) abgelöst. Die meisten Förderbedingungen bleiben dabei unverändert, so der Basisfördersatz von 35 Prozent und die Ölheizungsaustauschprämie in Höhe von 45 Prozent. Es gelten teilweise jedoch geänderte Förderkonditionen.
Förderung in Bestandsgebäuden: Gebäudeeigentümer, die sich für den Einbau einer Holzzentralheizung oder eines Pelletkaminofens mit Wassertasche in ein Bestandsgebäude entscheiden, können auf eine sehr attraktive staatliche Unterstützung bauen: Die Bundesregierung fördert den Einsatz Erneuerbarer Wärme bei der Heizungsmodernisierung mit der BEG Einzelmaßnahmen sowohl in Wohngebäuden als auch in Nichtwohngebäuden mit hohen Fördersätzen.
Förderfähige Holzfeuerungen: Automatisch beschickte Pellet-, Hackschnitzel- oder Scheitholzvergaserkessel, Pelletkaminöfen mit Wassertasche sowie Kombikessel, die Pellets und Scheitholz oder Hackschnitzel und Scheitholz einsetzen können (jeweils mit einer Nennwärmeleistung ab 5 kW, nach oben hin keine Leistungsbegrenzung).
Keine Einzelmaßnahmenförderung im Neubau: Eine Förderung des Einbaus von Holzzentralheizungen in neu errichtete Gebäude ist nicht im Rahmen der BEG Einzelmaßnahmen möglich, sondern nur noch, wenn der Neubau mindestens das Niveau eines Effizienzhauses 55 erreicht. Dann kann man für den Neubau einen Förderkredit bei der KfW beantragen (siehe KfW-Förderung für Effizienzhäuser).
Keine Förderung für Anlagen am Wärmenetz: Die BEG Einzelmaßnahmen fördert Anlagen, die ihre Wärme in ein Wärmenetz einspeisen, nicht. Diese sollen zukünftig über die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert werden. Da die BEW nicht wie geplant am 1. Januar an den Start gegangen ist, bestehen für Anlagen zum Anschluss an ein Wärmenetz vorübergehend keine (Anlagen bis 100 kW) oder nur wenig attraktive (Anlagen über 100 kW, siehe KfW-Teil des MAP) Fördermöglichkeiten.
Fördersätze
Für die Installation von Holzfeuerungen ab 5 kW gibt es zwei mögliche Grundfördersätze: Die Regelförderung in Höhe von 35 Prozent oder die Austauschprämie für Ölheizungen in Höhe von 45 Prozent. Der Fördersatz wird auf die gesamtförderfähigen Kosten bezogen (bei Privatpersonen Bruttokosten einschließlich MwSt., bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen Nettokosten).
AnlagentypFördersätzeMindestgröße Pufferspeicher
Pelletkaminofen mit WassertascheIm Regelfall 35 % der förderfähigen Kosten. Beim Austausch eines Ölkessels: 45 % der förderfähigen Kosten.-
PelletkesselIm Regelfall 35 % der förderfähigen Kosten. Beim Austausch eines Ölkessels: 45% der förderfähigen Kosten.30 l/kW*
Kombikessel (Pellet/Scheitholz oder Hackschnitzel/Scheitholz))Im Regelfall 35 % der förderfähigen Kosten. Beim Austausch eines Ölkessels: 45% der förderfähigen Kosten.55 l/kW*
ScheitholzvergaserkesselIm Regelfall 35 % der förderfähigen Kosten. Beim Austausch eines Ölkessels: 45% der förderfähigen Kosten.55 l/kW*
HackschnitzelkesselIm Regelfall 35 % der förderfähigen Kosten. Beim Austausch eines Ölkessels: 45% der förderfähigen Kosten.30 l/kW*
* Der Pufferspeicher muss ggf. vorhanden sein, aber nicht neu installiert werden.
Innovationsbonus: Für besonders emissionsarme Kessel (max. 2,5 mg/m³ Staub) wird ein Innovationsbonus in Höhe von 5 Prozentpunkten auf die gesamten förderfähigen Kosten gezahlt.
iSFP-Bonus: Für Investitionsmaßnahmen, die in individuellen Sanierungsfahrplänen (iFSP) vorgeschlagene Maßnahmen umsetzen, wird ein Innovationsbonus in Höhe von 5 Prozentpunkten auf die gesamten förderfähigen Kosten gezahlt.
Förderfähige Kosten: Die förderfähigen Kosten umfassen alle notwendigen Maßnahmen für Vorbereitung und Umsetzung des Heizungsprojekts und damit zusammenhängende Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz der gesamten Heizanlage. Dazu gehören folgende Anlagenkosten und Nebenkosten für Umfeldmaßnahmen (jeweils inkl. Installation und Inbetriebnahme):
  • Wärmeerzeuger
  • Brennstoffaustragung
  • Wärmespeicher
  • Mess-, Steuer- und Regelungstechnik
  • Einrichtung eines Lagers und eines Heiz- und Technikraums
  • Anpassung des Abgassystems
  • Anpassung der Wärmeverteilung (z.B. Einbau von Flächenheizungen und Niedertemperaturheizkörpern) und der Warmwasserbereitung
  • Demontagearbeiten
  • Beratung, Planung und Baubegleitung
Begrenzung der förderfähigen Kosten: Maximal 60.000 Euro pro Wohnung bei Wohngebäuden und 1.000 Euro pro m² Nutzfläche (maximal 15 Mio. Euro bei Nichtwohngebäuden. Diese Beträge gelten jeweils inkl. MwSt., auch bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen.
Werden Förderprogramme von Ländern oder Kommunen genutzt, ist der Gesamtfördersatz bei 60 Prozent gedeckelt. Dies muss dem Fördermittelgeber mitgeteilt werden.
Förderung von Unternehmen: Bei Unternehmen, die nicht nach De-Minimis-Verordnung gefördert werden (bis zu 200.000 Euro Förderung innerhalb von 3 Jahren), werden bei den Anlagenkosten nur die Investitionsmehrkosten als förderfähige Kosten anerkannt. Dazu ist der Vergleich mit einer Referenzinvestition ohne Erneuerbare Energien nötig. Bei den Umfeldmaßnahmen sind auch bei Unternehmen die gesamten Kosten förderfähig.
Kombination mit einer Solaranlage: Neue Solarthermieanlagen werden mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert. Bei der Kombination einer förderfähigen Holzfeuerung mit einer förderfähigen Solaranlage beträgt der Fördersatz 35 Prozent (45 Prozent beim Austausch einer alten Ölheizung).
Kombination mit einer Wärmepumpe: Neue Wärmepumpen werden ebenfalls mit 35 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert. Bei der Kombination einer förderfähigen Holzfeuerung mit einer förderfähigen Wärmepumpe erhalten daher alle Anlagenteile 35 Prozent Förderung (45 Prozent beim Austausch einer alten Ölheizung).
Kombination mit einem Gas-Brennwertkessel: Wenn neue Gas-Brennwertkessel mit einer neuen oder alten förderfähigen Holzfeuerung, Wärmepumpe oder Solarthermieanlage kombiniert werden, deren thermische Leistung mindestens 25 Prozent der Heizlast des Gebäudes erneuerbar abdeckt, werden alle Anlagenteile dieser Gas-Hybridheizung mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert.

Kein Förderausschluss bei bestehender Austauschpflicht: Eine Förderung ist seit 2021 auch dann wieder möglich, wenn für das bestehende Heizsystem eine Nachrüstpflicht nach § 72 Absatz 1-3 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) für mindestens 30 Jahre alte Öl- und Heizkessel besteht.
Förderung der Heizungsoptimierung: Die BEG fördert die Heizungsoptimierung mindestens fünf Jahre alter Heizungsanlagen (z.B. Einbau/Austausch/Erweiterung von Pufferspeichern oder Einbau von Brennwerttechnik), sofern gleichzeitig ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird. Diese Fördermöglichkeit löst das eigenständige Förderprogramm Heizungsoptimierung (HZO) ab. Der Fördersatz beträgt 20 Prozent.
Antragsverfahren
Antragstellung: Förderanträge müssen gestellt werden, bevor der Auftrag zur Errichtung der Anlage erteilt wird (zweistufiges Antragsverfahren)! Nur Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung beauftragt und erbracht werden. Bei der Antragstellung muss die Höhe der voraussichtlichen förderfähigen Kosten angegeben werden. Diese sollten großzügig aufgerundet werden.
Auftragsvergabe nach Eingang der Eingangsbestätigung: Der Auftrag kann nach Eingang der Eingangsbestätigung erteilt werden – es muss nicht auf den Eingang des Zuwendungsbescheids gewartet werden.

Weitere Informationen zur Antragstellung direkt beim BAFA.
Mehr zur BEG im DEPI-Flyer "Mehr Karma. Mehr Cash."

KfW-Teil des MAP
Für Holzfeuerungen größer 100 kW, die in Wärmenetze einspeisen, kann bis zum Inkrafttreten der Förderrichtlinie für die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) bei der KfW noch eine Kreditförderung aus dem KfW-Teil des MAP beantragt werden. Das gilt auch für Holz-KWK-Anlagen mit einer Leistung von über 100 kW bis 2 MW.
Die Förderung von Pelletfeuerungen erfolgt durch folgende Tilgungszuschüsse pro kW installierte Nennwärmeleistung:
Art der FörderungTilgungszuschuss
Basisförderung+ 20 €/kW, max. 50.000 €
Innovationsförderung für niedrige Staubemissionen (max. 15 mg/m3 bei 13 % Sauerstoff)+ 20 €/kW
Innovationsförderung für Speicher (ab 30 l/kW)+ 10 €/kW
Biomasse-KWK-Anlagen40 €/kW
Zusatzförderung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)plus 10 % des Förderbetrags
Max. Förderbeitrag100.000 € je Anlage

APEE-Zusatzbonus: Für Holzfeuerungen, für die ein Antrag im KfW-Teil des MAP gestellt wird, kann gleichzeitig ein Zusatzbonus des APEE beantragt werden. Dafür muss eine bestehende Heizungsanlage auf Basis von z.B. Öl, Gas, Kohle oder Nachtspeicherstrom ersetzt werden, die weder Brennwerttechnik noch Brennstoffzellentechnologie nutzt und nicht der gesetzlichen Austauschpflicht nach GEG unterliegt. Die Höhe des APEE-Zusatzbonus beträgt 30 Prozent des MAP-Tilgungszuschusses.
Weitere Informationen zur Antragstellung direkt bei der KfW.
Steuerförderung
Ab 2021 können selbstnutzende Gebäudeeigentümer für alle seit 2020 installierten und in der BEG Einzelmaßnahmen (vorher BAFA-Teil des MAP) förderfähigen Holzfeuerungen alternativ auch die Steuerförderung für Maßnahmen der energetischen Gebäudemodernisierung in Anspruch nehmen. Diese Steuerförderung in Höhe von 20 Prozent der förderfähigen Kosten fällt für Holzfeuerungen jedoch deutlich niedriger aus als die r BEG (35 Prozent bzw. 45 Prozent). Wer durch seinen Steuerberater auf die Möglichkeit des Heizungstauschs mit Steuerförderung aufmerksam gemacht worden ist, sollte also besser einen Förderantrag beim BAFA stellen!
Die Steuerförderung wird allerdings für diejenigen Heizungsmodernisierer eine Alternative sein, die es versäumt haben, ihren Förderantrag rechtzeitig vor der Auftragsvergabe für die neue Holzfeuerung beim BAFA einzureichen.
Beantragt werden kann die Steuerförderung allerdings erst im Jahr nach der Bezahlung der neuen Holzfeuerungsanlage zusammen mit der Steuererklärung für das Vorjahr. Die Steuerförderung in Höhe von 20 Prozent wird dann aufgeteilt auf drei Jahre als Nachlass auf die Steuerschuld gewährt.
KfW-Ergänzungskredit
Das Förderprogramm Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit der KfW-Bank (Programm-Nr. 167) bietet ein zinsgünstiges Darlehen von bis zu 60.000 Euro pro Wohnung für den Einbau einer förderfähigen Holzfeuerung mit Erneuerbarer Energie in ein bestehendes Wohngebäude. Ein Tilgungszuschuss wird dabei nicht gezahlt. Dieser KfW-Kredit kann mit den Zuschüssen der BEG Einzelmaßnahmen kumuliert werden, so dass der Restbetrag der Investition mit dem Ergänzungskredit finanziert werden kann. Anträge für den Ergänzungskredit sind noch bis zum 30. Juni 2021 möglich. Danach wird es die Möglichkeit geben, bei der KfW eine Kreditförderung für die gesamte Einzelmaßnahme zu beantragen. Dann ist nur noch ein Antrag notwendig. Mehr direkt bei der KfW.
KfW-Förderung für Effizienzhäuser
Holzzentralheizungen und wasserführende Pelletkaminöfen, können auch von der KfW gefördert werden, wenn sie beim Neubau oder der Gebäudemodernisierung in ein sog. Effizienzhaus (Wohngebäude) bzw. ein Effizienzgebäude (Nichtwohngebäude) eingebaut werden. Dabei darf das Gebäude bestimmte Anforderungen an den Primärenergiebedarf pro Quadratmeter und die Wärmedurchlässigkeit der Gebäudehülle nicht überschreiten. Die Förderung beruht im Neubau immer auf einem zinsgünstigen Kredit mit attraktiven Tilgungszuschüssen. Im Gebäudebestand ist bei Wohngebäuden neben einem Förderkredit auch ein direkter Investitionszuschuss möglich.
Modernisierung von WohngebäudenTilgungs- oder Investitionszuschuss
Effizienzhaus 5540 %, max. 48.000 €
Effizienzhaus 7035 %, max. 42.500 €
Effizienshaus 8530 %, max. 36.000 €
Effizienzhaus 10027,5 %, max. 33.00 €
Effizienzhaus 115, Effizienzhaus Denkmal25 %, max. 30.000 €
Energieeffizient Sanieren (Programme 151, 152, 430) für Wohngebäude (bezogen auf förderfähige Kosten (Investitionszuschuss) bzw. Darlehnssumme (Tilgungszuschuss), jeweils Wohneinheit)
Neubau von WohngebäudenTilgungszuschuss
Effizienzhaus 40 Plus25 %, max. 30.000 €
Effizienzhaus 4020 %, max. 24.000 €
Effizienzhaus 5515 %, max. 18.000 €
Energieeffizient Bauen (KfW-Programm 153) für Wohngebäude (bezogen auf Darlehenssumme bzw. Wohneinheit)
Da die Darlehenssummer von 120.000 Euro pro Wohnung meist nicht die Gesamtbaukosten abdeckt, fällt der effektive Fördersatz bei der Neubauförderung meist niedriger aus.
Modernisierung von NichtwohnungebäudenTilgungszuschuss
Effizienzhaus 7027,5 %, max. 275 €/m²
Effizienzhaus 10020 %, max. 200 €/m²
Effizienzhaus Denkmal17,5 %, max. 175 €/m²
Energieeffizient Bauen und Sanieren (277/278, IKK (218/217) und IKU (219/220) für Nichtwohngebäude (bezogen auf Darlehenssumme)
Neubau von NichtwohngebäudenTilgungszuschuss
Effizienzhaus 555 %, max. 50 €/m²
Effizienzhaus 70 keiner
(bezogen auf Darlehenssumme)
Prozesswärme
Energieeffizienz und Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien in der Wirtschaft – Zuschuss und Kredit
Über die Bundesförderung „Energieeffizienz in der Wirtschaft – Zuschuss und Kredit“ werden sämtliche Holzkessel gefördert, die mehr als 50 Prozent Prozesswärme erzeugen:
  • Entweder mit einem zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschüssen über das KfW-Programm 295
  • oder mit Zuschüssen in gleicher Höhe über das BAFA.
Förderfähig sind alle Arten von Holzkesseln, die auch in der BEG Einzelmaßnahmen förderfähig sind. Die Investitions- oder Tilgungszuschüsse betragen regulär 45 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Bei KMU sind es 55 Prozent. Die Maximalförderung beträgt 10 Mio. Euro. Beim Ersatz eines konventionellen Wärmeerzeugers, bei Solaranlagen und auch bei De-minimis-Beihilfen (bis zu 200.000 Euro Förderung innerhalb von drei Jahren) sind die gesamten Investitionskosten förderfähig, ansonsten nur die Investitionsmehrkosten.
Antragsverfahren: Zu beachten ist, dass mit dem Vorhaben erst nach erfolgter Zusage (Zuwendungsbescheid) von KfW oder BAFA begonnen werden darf. Von dieser Regelung kann in begründeten Fällen auf Antrag abgewichen werden (vorzeitiger Maßnahmenbeginn). Beginn des Vorhabens ist der Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrags. Beratungs- und Planungsleistungen gelten nicht als Maßnahmenbeginn.
Mehr zum Prozesswärme-Programm


Zu den Förderprogrammen nach Bundesländern
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